Ich lege seit knapp drei Jahren auf. Hauptsächlich Drum & Bass. Überraschend, ich weiß – bei dem Rest der Seite wäre das jetzt wirklich aus dem Nichts gekommen
Was mich an Drum & Bass so festhält, ist gar nicht nur der Sound. Es ist eher dieses Chaos mit System. Fast jeder Track folgt denselben Grundregeln und schafft es trotzdem, komplett anders zu funktionieren. Je tiefer man eintaucht, desto mehr merkt man, dass jedes Set
irgendwie sein eigenes kleines Experiment wird. Und genau das macht für mich den Reiz aus.
Wenn ich mich auf einen Stil festnageln müsste, wäre es wahrscheinlich irgendwo zwischen Dancefloor und Rollern, mit einer ordentlichen Portion Neuro dazwischen. Genug Melodie, um im Kopf zu bleiben, genug Energie, damit Stillstehen eher theoretischer Natur bleibt.
Ich beschränke mich aber ungern auf ein Genre. Dubstep, Trance, Techno, Hardstyle – alles schon ausprobiert und vermutlich kommt noch einiges dazu. Ich finde, man lernt am meisten, wenn man sich auch mal außerhalb seiner Komfortzone bewegt. Im schlimmsten
Fall stellt man fest, dass ein Genre einfach nichts für einen ist. Im besten Fall nimmt man neue Ideen mit zurück in den nächsten Drum-&-Bass-Mix.
Aktuell komme ich aus Oldenburg und spiele größtenteils auf privaten Veranstaltungen. Manche würden das wahrscheinlich „Underground-Raves“ nennen. Das klingt natürlich deutlich cooler als „20 Leute treffen sich irgendwo, weil alle dieselbe Musik feiern“.
Marketing ist eben alles.
DJing ist für mich momentan noch ein Hobby. Nebenbei laufen einige andere Projekte, weshalb ich leider nicht jede freie Minute hinter den Decks verbringen kann. Gleichzeitig nimmt das auch ein bisschen den Druck raus. Ich kann neue Techniken ausprobieren, mich
an Double Drops versuchen, mit Transitions experimentieren oder auch einfach mal feststellen, dass eine Idee auf dem Papier deutlich besser klang als im Set. Gehört dazu.
Seit einiger Zeit beschäftige ich mich außerdem mit Strudel, einer Plattform, auf der Musik per Code entsteht. Das ist nochmal eine ganz andere Denkweise als klassisches Mixing und genau deshalb macht es Spaß. Ob daraus irgendwann eigene Tracks entstehen? Wäre
schön. Falls nicht, habe ich immerhin gelernt, dass fehlende Semikolons nicht nur in Programmiersprachen schlechte Laune machen.
Am Ende geht es mir gar nicht darum, möglichst spektakulär auszusehen oder jeden Trend mitzunehmen. Ich möchte Sets spielen, die sich lebendig anfühlen. Mal sauber und flüssig, mal technisch, mal völlig unerwartet – Hauptsache, sie erzählen ihre eigene Geschichte.
Und wenn am Ende jemand fragt: „Was war das gerade eigentlich?“, dann ist das meistens ein ziemlich gutes Zeichen